5 Punkte, Allgemein, Jugendbuch, Rezension, Romance

Wolkenschloss

Nachdem ich gehört habe, dass der neue Roman von Kerstin Gier nun erhältlich ist, bin ich schnurstracks in den nächstgelegenen Buchladen gestiefelt und habe mir das Buch gekauft. Damit habe ich dann prompt all den guten „jetzt spare ich aber wirklich mal“-Vorsätzen die Stirn geboten. Aber Wolkenschloss ist einfach mal wieder ein wunderschön gestaltetes Buch, sehr kitschig, Lila und mit kleinen glänzenden Goldelementen. Da kann man nicht einfach so dran vorbei spazieren. Sollte ich mal Autor werden, möchte ich auch, dass meine Bücher so hübsch und kreativ umgesetzt werden. (Ich habe in den letzten Tagen übrigens auch ein Kerstin Gier Buch kaufen müssen, in dem sogar kleine Briefumschläge eingeklebt sind… aber das ist ein anderes Thema.)

Tatsächlich habe ich am Anfang ganz kurz gezögert und mich gefragt, ob das Buch wohl zu jugendlich für mich ist und ob mir diese kitschigen Bücher überhaupt noch gefallen. Mein Buchgeschmack hat sich in den letzten Jahren ganz schön gewandelt, oder vielleicht bin ich auch nur kritischer geworden und habe eine Überdosis Young Adult kassiert.  Allerdings kann man bei Kerstin Gier ja nicht allzu viel falsch machen. Und ich bereue keinen Cent, den ich in den Roman investiert habe. So schnell habe ich in letzter Zeit kein Buch mehr durch gelesen. Ja, es ist kitschig. Ja, es ist ein Jugendbuch. Ja, ich fand es toll!

In dem Buch geht es um Fanny Funke (ich finde nie Vor- und Nachnamen – Kombination übrigens schrecklich), eine 17-jährige Schulabbrecherin aus Achim bei Bremen. Nachdem sie eine Klasse wiederholen musste und dadurch von ihrer besten Freundin getrennt wurde hatte Fanny wenig Lust aufs Abitur und entschließt sich, dass man auch ohne allgemeine Hochschulreife glücklich werden kann. Ihre Eltern sind da natürlich anderer Meinung. Glücklicher Weise erhält sie eine Stelle als Jahrespraktikantin im Wolkenschloss, einem charmanten Grandhotel in den schweizer Bergen. Die Handlung spielt um die Weihnachts- und Silvesterzeit, in der viele unverschämt reiche Gäste in das Wolkenschloss einchecken. Einige, das merkt Fanny schnell, sollte man lieber etwas genauer im Auge behalten. Zwischen all dem Trubel, Zimtzickenkriegen und der Frage, welcher Hund seinen Haufen in der Hotellobby hinterlassen hat,  muss sich Fanny natürlich auch noch den Kopf über den ein oder anderen Jungen zerbrechen.

Wolkenschloss erfüllt also alle Erwartungen, die ich an ein Buch von Kerstin Gier habe: es ist witzig, ein bisschen kitschig und schön geschrieben. Ein bisschen wehmütig war ich beim Lesen aber auch. Manchmal würde ich auch gerne einfach dem lückenlosen Lebenslauf und der Karriere den Mittelfinger zeigen und etwas verrücktes oder aufregendes tun. Vorzugsweise hätte das dann etwas mit Reisen zu tun. Aber ich bin mir sicher, dass ich es auch so schaffe, alle meine Reiseziele abzuarbeiten.


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