Fantasy, HypeTrain, kreatives Schreiben, LiteraturGelaber

Plotten, Planen, Projektieren

Vor ein paar Tagen hab ich den wirklich unglaublich schönen Animationsfilm „Song of the Sea“ (bzw. im Deutschen „Die Melodie des Meeres“) gesehen und bin seitdem mal wieder in meinem kleinen skandinavischen Hypetrain gelandet. Ich liebe die nordische Mythologie und die Edda liegt noch immer auf meinem SuB. Außerdem finde ich das raue, kühle Klima, die salzige See und die skandinavische Atmosphäre toll… zumindest wie sie in Filmen und Büchern dargestellt wird. Ich selbst war noch nie dort. Ich hab mir aber ganz fest vorgenommen das mal nachzuholen! Und wenn jemand von euch tolle Filme oder Bücher kennt, die in Skandinavien spielen, bin ich für jeden Tipp dankbar.

photo_2016-07-02_20-46-03Und weil ich grad so im Hype bin, musste ich einfach ein paar Gedanken zu Papier bringen. Aus den sinnvollen Stichpunkten und Plotideen sind dann allerdings doch eher belanglose Kritzeleien geworden…
Ich erzähle im Internet eigentlich total ungern von meinen Ideen, weil ich immer eine gewisse Paranoia vor unverschämten Kreativitätsdieben habe. Aber da diese Idee bisher nur aus drei Stichpunkten besteht und noch so gar nicht ausgereift ist (und ich sowieso die wenigsten meiner Ideen jemals in einer Geschichte umsetze), möchte ich euch doch etwas von meinen Gedanken erzählen. Und eigentlich ist auch alles bisher sehr an „Song of the Sea“ angelehnt. Aber wer schon mal etwas von „Steal like an Artist“ von Austin Kleon gehört hat, der wird wissen, dass man sich ruhig eine gehörige Portion Inspiration von anderen Kunstschaffenden holen darf. Denn sofern man nicht kopiert, wird im Laufe der Zeit sowieso etwas ganz eigenes entstehen. Unbewusst verändert man nach und nach Details, passt die Geschichte an und meist ähneln sich Inspirationsquelle und Endprodukt schließlich kaum bis gar nicht mehr.
Und um Pablo Picasso an dieser stelle zu zitieren: „Art is theft.“ Ich könnte auch noch unzählige weitere Zitate in diese Richtung bringen, von Mark Twain, T. S. Eliot, David Bowie, und so weiter und so fort. Aber genug mit den Rechtfertigungen. Auf zu meinen (geborgten) Ideen:

Das Setting: Muss natürlich irgendwie rau und nordisch sein. Irgendwo in Skandinavien, oder einem Ort der Skandinavien ähnelt. Kahle Felsinseln und nackte Klippen. Vielleicht Island. Ein allein erziehender Vater, der mit seinen Kindern auf einer kleinen Leuchtturminsel wohnt (wie in „Song of the Sea“). Recht nah am Festland aber trotzdem abgeschottet.
Die Personen: Der Vater ist recht eigenbrötlerisch und in sich gekehrt, seine Frau nicht mehr da (wie im Film). Die Hauptperson ist die jüngste Tochter. Momentan denke ich daran, dass sie zwei ältere Brüder hat (vielleicht Zwillinge), die regelmäßig zum Festland herüber rudern und den Mädels da schöne Augen machen. Ihre kleine Schwester nehmen sie dafür natürlich nicht mit. Auch wenn sie sie eigentlich sehr gern haben, Babysitter spielen wollen sie absolut nicht. Daher ist unsere Hauptperson recht einsam. Vielleicht hat sie ein Haustier, aber keine Freunde.photo_2016-07-02_20-46-11 Auf jeden Fall aber braucht sie einen Namen. Ich habe immer sehr gerne gewöhnliche außergewöhnliche Namen. Zu abgefahrene Namen wirken immer, als ob ein Autor den Lesern nochmal voll ins Gesicht drücken muss, dass dieser Charakter etwas ganz besonderes ist. Und irgendwie stören sie auch meinen Lesefluss. Ich möchte einfach einen relativ normalen, aber schön klingenden und vor allem passenden Namen für einen Charakter haben. Bei dieser Hauptperson werfe ich jetzt allerdings alle guten Vorsätze über den Haufen und überlege sie Skadi zu nennen. Der Name stammt von einer Nordischen Gottheit, die u.a. für den Winter steht. Eine tiefere Bedeutung soll dieser Name gar nicht haben und meine Hauptperson wird nicht plötzlich magische Winterkräfte an sich entdecken. Bücher dieser Art gibt es schon allzu viele. Skadi klingt in meinen Ohren einfach unglaublich niedlich. Trotzdem habe ich immer noch Bedenken, dass der Name zu besonders ist. Ich habe auch über andere Namen nachgedacht, von denen auch viele etwas ungewöhlich klingen. Einfach, weil es skandinavische Namen sind: Amalie, Aurora, Tuva, Ebba, Moa, Alva, Malou, Maya, Nora oder Saoirse(Ausgesprochen „Sierscha“, aber das ist für Leser wohl sehr umständlich. Man könnte ihr aber auch den Spitznamen Sao geben.). So wirklich entscheiden kann ich mich nicht, ich finde eigentlich alle Namen haben irgendwie etwas und wahrscheinlich muss ich einfach erst weiter ihren Charakter entwickeln, bevor ich mich auf einen Namen festlege.

Viel schwieriger finde ich die Namenssuche für die Kerle. Besonders für Skadis(oder wie auch immer sie jetzt heißen wird) zukünftigen Lover. Ein bisschen Blümchenliebe muss drin sein, aber ich gebe mir Mühe, es nicht zu kitschig zu machen. Versprochen. Das Hauptaugenmerk soll auf der Geschichte, dem Setting und Magie/Mythologie liegen. Aber auch dem männlichen Hauptcharakter möchte ich keine Superkräfte verleihen. Ich finde es spannend, wenn die Protagonisten beide einfach mal ganz gewöhnliche Menschen sind, die trotzdem mit Magie und Fantasyelementen in Berührung kommen. Nun aber zurück zum Namensproblem, mir fällt einfach keine einziger ein, der mir gefällt. Und auch das stundenlange durchsuchen von Seiten, auf denen sich sonst nur werdende Eltern herumtreiben, hat mir nicht wirklich weiter geholfen. Milo, Espen, Bo, Jack, Skip, Sander, Matheo, Jakob, Adrian, Kasper, Loke und Elias können mich einfach nicht überzeugen. Meine letzte Hoffnung sind wohl göttliche Eingebungen. Oder kreative Blogleser. (;

Die Story: Wie bereits gesagt, ist die Geschichte noch überhaupt nicht ausgereift. Skadi wird sich im Gepäck ihrer Brüder mit aufs Festland schmuggeln. Sie wird mindestens eine Freundschaft schließen und besagten Typen kennen lernen. Wie auch immer. Und sowohl dieser Junge, als auch sie selbst werden einfach ganz normale Menschen sein, ohne Superkräfte. Trotzdem möchte ich keine Geschichte ohne Fantasy schreiben. Irgendwas mythisches/übernatürliches wird sich in ihr Leben einmischen und für den berühmten Schmelzkessel sorgen. Dem Funken, der die Geschichte anfeuert, die Protagonisten brauchen einfach einen Gegenspieler. Ich habe allerdings noch überhaupt keine Ideen, wie das aussehen könnte. Ich möchte nicht einfach eine alte Sage übernehmen und sie in meiner Geschichte zum Leben erwecken, so wie es heutzutage mit vielen Märchen gehandhabt wird. Ich möchte keine moderne, seichte Jugendfassung einer bereits existierenden Geschichte schreiben, ich will etwas eigenes verfassen. Vielleicht greife ich dabei auf alte Sagengestalten zurück, vielleicht schaffe ich es, etwas „neues“ zu erfinden. Ich denke mein nächster Schritt wird sein, endlich die Edda zu lesen und mich mehr in die nordische Mythologie zu vertiefen. Dann wird die Kreativität schon von ganz alleine kommen.

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