Allgemein, Fantasy, Hexen/Zauberer, Magie, Rezension, Romance, Urban Fantasy

Machtlos

»Perfektion ist immer das, was wir dafür halten«, sagte Jayden leise.
»Du kennst mich nicht«, erwiderte ich kaum hörbar.
»Dann lass uns das ändern.«

„Ebby Scarborough ist anders. Sie ist vierundzwanzig und weiß seit Kurzem, dass sie eine Hexe ist. Hätte sie dies früher erfahren, wäre ihr eine Menge Leid erspart geblieben. Vor langer Zeit hat sie sich geschworen, nie wieder wehrlos zu sein. In Manhattan scheint sie endlich ihren Platz in der magischen Welt gefunden zu haben. Doch dann trifft sie Jayden und fühlt sich machtloser denn je.“

Ich weiß gar nicht so genau, wo ich anfangen soll. Vielleicht mit der Frage, warum das Buch nicht doppelt so dick ist? Potential hätte es auf jeden Fall und eigentlich wäre es auch nötig gewesen, die Geschichte etwas aufzufächern. Man wird ziemlich schnell ins Geschehen geworfen und lernt auf den ersten Seiten schon fast alle relevanten Charaktere kennen. Was kein Problem ist, da es nicht allzu viele sind. Trotzdem habe ich die drei Cousinen Sam, Ashley und Jess am Anfang jedes Mal verwechselt. Dadurch, dass das Buch so actionreich beginnt, bleibt keine Zeit, die verschiedenen Figuren in Ruhe kennen zu lernen. Und auch im Verlauf der Geschichte kommt die Charakterentwicklung mir etwas zu kurz.

Dafür ist es natürlich von Anfang an Spannend. Für langweilige Passagen ist in dem Roman einfach kein Platz. Aber auch die Geschichte hätte ich mir etwas ausführlicher gewünscht. Es werden einige Andeutungen gemacht, die aber nie genau erklärt werden. Dabei gäbe es doch z.B. über die Hexengesellschaft bestimmt noch einiges zu erzählen. Es gibt zwar noch mindestens einen weiteren Teil, in dem bestimmt vieles erklärt wird, aber auch im ersten Teil hätte ich mir als Leser gewünscht ein paar Infos zu bekommen. Das hätte die Geschichte ausgeschmückt und irgendwie runder wirken lassen. Ich hatte ein bisschen das Gefühl, dass man von einer Romance Szene zur nächsten springt und die Rahmenhandlung ein wenig schnell abgehandelt wird.

Rechtschreibung und Schreibstil – ein oft sehr heikles Thema bei Selfpublishern. Aber hier kann ich fast gar nicht meckern. Die Rechtschreibung ist sehr gut und der Schreibstil der Autorin gefällt mir auch. Das Buch ließ sich angenehm flüssig lesen. Lediglich einige Phrasen, die sehr oft wiederholt wurden, störten mich nach einiger Zeit. So kommt es sehr, sehr oft vor, dass jemand „schmerzerfüllt das Gesicht verzieht“ oder „zusammenzuckt“. Ein bisschen mehr Variation in der Präsentation der Emotionen der Charaktere wäre schön gewesen.

Am Ende hab ich das Buch in zwei Zügen komplett durch gelesen. Fängt man einmal an, will man es auch gar nicht aus der Hand legen, da ständig etwas passiert was den Leser auf Trab hält. Auf den letzten Seiten habe ich auch wirklich mitgefiebert. Trotzdem ließ mich das Buch am Ende ein bisschen unbefriedigt zurück, da es mir an vielen Stellen nicht genug in die Tiefe ging. Es fehlte einfach der Feinschliff.

Ich denke aber, dass man das Buch gut und gerne mal eben und zwischendurch lesen kann und etwaige Kritikpunkte, die ich bei diesem Erstlingswerk hatte, sich nicht durch alle Folgeromane ziehen müssen. Bei Sarah J. Maas hatte ich im ersten Band ihrer Throne of Glass Reihe eine ähnliche Meinung (siehe meine Charakteranalyse von Celaena), in ihren Folgebänden hat sich das jedoch stark gebessert. Also: Augen offen halten!

Weitere Rezensionen zu „Machtlos“:

Previous Post Next Post

No Comments

Kommentar verfassen