Heute mal Indie #02 – Jeanette Lagall und Die Reise des Karneolvogels

Flucht war nicht der letzte Ausweg. Es war der einzige. Um der arrangierten Hochzeit zu entgehen, verkleiden sich die beiden ‘höheren Töchter‘ Riki und Myra als Knaben und schließen sich einem Wanderzirkus an. 

Dank ihrer neuen Identität entkommen sie zwar den Fesseln der viktorianischen Gesellschaft, doch die Welt der Gaukler ist nicht nur bunter, sondern auch gefährlicher als erwartet. Der Karneolvogel, ein mächtiges Artefakt der Gaukler, ist verschwunden und sein Hüter Ramiro schwebt in Lebensgefahr, wenn es nicht bis zur großen Versammlung wieder auftaucht. Dass nun auch noch die Liebe ihre kapriziösen Finger ins Spiel bringt, verschärft die Situation zusätzlich – denn was würden die Zirkusleute tun, wenn die Lüge der beiden ’Knaben‘ ans Licht kommt? Das Geheimnis muss also um jeden Preis gewahrt bleiben.

Aber wie, wenn ausgerechnet derjenige Gefühle für Riki entwickelt, der sich selbst niemals eingestehen könnte, einen Jüngling zu lieben – und für den Liebe und Verrat ohnehin Hand in Hand gehen. Während die Gaukler den Spuren des Artefaktes folgen und sich herauskristallisiert, dass womöglich ein Verräter unter ihnen ist, setzen die Familien der Mädchen alles daran, die Ausreißerinnen zu finden, und bringen damit den ganzen Wanderzirkus in Gefahr …“

Autor Jeanette Lagall
Titel Die Reise des Karneolvogels #1 – Der Wanderzirkus
eBook 450 Seiten
Preis 3,99€
ASIN B013EZAX22
Gelesen auf deutsch
Autorenseite Facebook, Website
Link zum Buch Amazon

Interview

Für alle die es noch nicht kennen, kannst du kurz etwas über dein Buch erzählen?
Aber gerne. „Die Reise des Karneolvogels“ spielt im viktorianischen England. Die beiden „höheren Töchter“ Riki und Myra fliehen vor einer Vernunftheirat, indem sie sich als Knaben verkleiden und mit einem Wanderzirkus mitziehen. Gut gedacht, aber niemand hat damit gerechnet sich zu verlieben. Weder die verkleideten Mädchen, die sich nicht verraten dürfen, noch die betroffenen Gaukler, die plötzlich an ihren bisherigen Vorlieben zweifeln.
Obendrein wurde der Karneolvogel, ein mächtiges Artefakt der Gaukler, gestohlen. Er muss um jeden Preis wiedergefunden werden, sonst drohen seinem Hüter Ramiro tödliche Konsequenzen. Während die Zirkusleute sich die Frage stellen müssen, ob es einen Verräter unter ihnen gibt, entdecken die beiden Mädchen, dass ihre Familien ihnen bereits auf der Spur sind, um sie in ihr altes Leben zurückzuholen.

Wie bist du zum Schreiben gekommen, dachtest du schon länger daran, einen Roman zu veröffentlichen?
Kleinere Geschichten, oder irgendwelche Szenen die keinen größeren Kontext hatten, habe ich eigentlich immer mal geschrieben. Bis dann eines Tages der Wunsch da war, einen Roman zu schreiben. Allerdings habe ich diesen Wunsch bestimmt ein paar Jahre lang mit mir herumgetragen. So einen Roman zu schreiben ist schließlich ziemlich zeit- und arbeitsintensiv. Aber irgendwann hat sich der Wunsch dann durchgesetzt und ich habe mich tatsächlich drangesetzt.

Hast du eine bestimmte Inspirationsquelle, bzw. woher kommen deine Romanideen?
Die gab es für die „Reise des Karneolvogels“ tatsächlich. Auch wenn sie Ewigkeiten zurückliegt. Ich war noch in der Schule, als ein Zirkus in meiner Heimatstadt gastiert hat. Meine Freundin und ich waren so begeistert von diesem Zirkus, dass wir in jeder freien Minute dort herumgeschlichen sind. Natürlich sind wir dabei irgendwann den Artisten aufgefallen und sie fanden unsere Begeisterung wahrscheinlich so niedlich, dass sie uns erlaubt haben bei den Proben zuzugucken. Und abends durften wir dann kostenlos in jede Vorstellung gehen, so lange sie da waren. Es war herrlich!
Als der Zirkus dann weitergezogen ist, haben meine Freundin und ich uns natürlich in den schillerndsten Farben ausgemalt, wie es wäre, einfach mit ihnen zu ziehen. Was wir uns natürlich niemals getraut hätten. Aber diese Überlegung war viele viele Jahre später der Zündfunke für den Roman.

Gibt es einen deiner Charaktere, der dir ganz besonders ans Herz gewachsen ist und was macht ihn so besonders?
Ja, den gibt es. Auch wenn ich meine Charaktere alle auf ihre Art liebe. Ich muss dazu sagen, dass die Charaktere im Roman nicht den tatsächlichen Personen aus dem Zirkus damals entsprechen. Lediglich für einen gilt das nicht ganz. Er hat mich damals von allen am meisten, äh, sagen wir mal „begeistert“. *zwinker* Allerdings gab es ausgerechnet bei ihm für mich keine Chance, ihn näher kennenzulernen, da er keine Sprache gesprochen hat, die ich verstanden hätte – und umgekehrt. Im Buch habe ich diesen Makel ausgeglichen. Deswegen ist mir dieser Charakter besonders nah. Obwohl letztendlich auch er frei erfunden ist. Wie gesagt, ich konnte ihn ja in Wirklichkeit niemals richtig kennenlernen. Vielleicht bekommt man ja beim Lesen eine Ahnung, welcher es ist?

Sich selbst zu veröffentlichen, klingt nach einiger Arbeit, welche Vor- und Nachteile hat(te) Selfpublishing für dich?
Es hat eine Menge Vorteile. Man kann Genre, Handlung, Titel, Cover etc. selbst bestimmen, ohne auf kommerzielle Moden Rücksicht nehmen zu müssen. Man ist ganz nah am Leser und bekommt daher aus erster Hand mit, was die Leute mögen und was nicht. Da man außer dem Schreiben eben auch alle anderen notwendigen Schritte selbst macht, oder in Auftrag gibt, ist das Buch am Schluss wirklich zu 100% das eigene Baby.
Der klare Nachteil ist natürlich, dass es unglaublich viel Zeit kostet. Auch wäre es schön, das Marketingbudget eines großen Verlages im Rücken zu haben, aber seinen wir ehrlich: Ein großer Verlag steckt sein Budget nicht in unbekannte Autoren, was ein kleiner Verlag sicher tun würde – sofern er welches hätte.

Gibt es Tipps, die du anderen Autoren geben würdest, welche auch mit dem Gedanken an Selfpublishing spielen?
Schließt euch auf jeden Fall mit anderen Autoren zusammen, helft euch gegenseitig und profitiert von euren Erfahrungen. So kann man nur gewinnen. Konkurrenzdenken unter Autoren ist komplett sinnlos, denn ein Leser kann so unendlich viel mehr lesen als ein einziger Autor jemals schreiben kann!

Verrätst du uns zum Schluss noch etwas über zukünftige Projekte?
Nun, demnächst kommt der zweite Teil des Karneolvogels heraus und dann möchte der dritte Teil auch noch geschrieben werden. Außerdem basteln wir mit ein paar Autoren gerade an einem gemeinsamen Projekt, aber das steckt noch so stark in den Kinderschuhen, dass ich dazu noch gar nichts sagen kann.


Eigene Meinung

Der Wanderzirkus ist tatsächlich, das erste Indie-Buch, dass ich mir als Print-Ausgabe gekauft habe. Ich finde das Cover einfach toll, aber das habe ich ja auch schon mal ausführlich bei einem Cover Monday vorgestellt.

Und der Inhalt kann da auf jeden Fall mithalten, ich habe den Roman super gern gelesen und war ehrlich gesagt ein großes bisschen verzeifelt, als ich mir noch nicht sicher war, ob es Folgebände geben wird. Von allen Büchern, die ich in letzter Zeit gelesen habe, zählt dieses auf jeden Fall zu meinen liebsten.

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