„Eine Gescheiterte Liebeserklärung an die Literatur

… oder eine Liebeserklärung an gescheiterte Literatur.“ -Marvin Weinstein

Vor ein paar Monaten war ich in Magdeburg auf einem Poetry Slam und dabei ist mir ein bestimmter Text ganz besonders im Gedächtnis hängen geblieben: Schwarz auf Weiß von Marvin Weinstein. Übrigens auch auf YouTube zu finden, für alle, die sich den Auftritt gern selbst mal anschauen wollen.


Da ich momentan so viel um die Ohren habe und nicht zum Lesen komme, weiß ich gar nicht, was ich gerade schreiben soll. Dabei habe ich so viele tolle Projektideen. Aber eigentlich fehlt mir auch zum Schreiben oft die Zeit. Und entschuldigt bitte die unbeantworteten Kommentare, ich habe sie alle gelesen! Damit mein Blog zur Zeit nicht nur noch aus Cover Mondays besteht, habe ich hier mal einen kleinen Aus-dem-Nähkästchen-plauder-Beitrag geschrieben und einfach meine Gedanken zum Poetry Slam Auftritt zusammengefasst.


Worum geht es überhaupt? Kurz gesagt provoziert Marvin Weinstein in seinem Text bewusst mit der Kernaussage, heutzutage wäre unser Lesestoff niveautechnisch das literarische Äquivalent zu RTL. Daber wird ganz plakativ Fifty Shades of Grey mit Faust und twilight mit der Bibel verglichen. Allgemein sei es aber noch viel schlimmer, dass immer mehr Menschen gleich die Buchverfilmungen schauen und das Lesen ganz aufgeben würden.

Nun soll sich davon bitte niemand angegriffen fühlen, weil das eigene Lieblingsbuch heruntergeputzt wird. Natürlich übertreibt Marvin Weinstein bewusst etwas um zu provozieren und den ein oder anderen Lacher zu ernten.

Tatsächlich habe ich mich aber auch selbst schon ziemlich oft gefragt: warum lese ich den unzähligsten Jugend-Romance-Fantasy-Roman, die am Ende doch fast alle die gleiche Story haben, statt Bücher von George Owell, Goethe oder Shakespeare? Dabei ist die Frage, warum ich lese, was ich eben lese ja ganz einfach. Mir gefällts. Ich liebe Kitsch und manchmal zu perfekte Liebesgeschichten, die trotzdem irgendwie Bauchkribbeln verursachen. Und vor allem liebe ich Fantasy. Unter anderem für mein Abitur habe ich aber natürlich auch Shakespeare, Goethe, Kafka, Fontane, Grass und Co. gelesen. Und ehrlich gesagt, fand ich vieles (nicht alles) extrem langweilig. Ich fühle mich nicht plötzlich literarisch hoch gebildet, nur weil ich Faust I gelesen habe…

Literatur hat ganz einfach einen anderen Stellenwert in der heutigen Gesellschaft. Früher besaß jeder, der etwas auf sich hielt, ein gut bestücktes Bücherregal. Bücher waren ein Statussymbol. Heute ist lesen „nur“ ein Hobby. Oder für manche ein notwendiges Übel. Es kokettiert einfach kaum noch jemand vor seinen Freunden damit Faust oder Hamlet gelesen zu haben. Wer sich durchs Abitur gequält hat, musste die Bücher sowieso lesen. Aber wenn man die Bücher nicht kennt, interessiert das auch niemanden so wirklich.

Und bildet man sich beim Lesen nicht sowieso immer etwas weiter? Auch in Fantasy-Epen kann man eine Menge über Gesellschaftsstrukturen oder Politik lernen. Ein Buch, das in Thailand spielt, bringt mir etwas über Kultur bei. Und so weiter und so fort. Allgemein schult lesen nicht nur die Lesefähigkeit selbst, sondern beispielsweise auch die eigene Empathie und regt die Fanatsie an. So etwas habe ich zumindest mal gehört, wissenschaftlich beweisen kann ich es leider nicht.

Was soll ich sagen? Ich lese zwar ganz gerne Texte von Edgar Allan Poe oder George Owell, aber ich bin auch begeisterter Trivialliteratur-Leser und stolz drauf!

Marvin Weinstein beendet seinen Text auch wunderschön mit den versöhnlichen Worten:

Aus jedem noch so kleinen Werk steigt eine kleine Melodie, ein Lied von tausend Universen, eingefasst in Poesie. Noch heute singen all die Bücher, auch jetzt wo ich hier stehe. Doch solange keiner liest verläuft sich jedes Wort ins leere. Doch Bücher sind geduldig und ihr Gesang wird nie verstummen, es braucht nur einen der den Raum betritt und schweigt. Und lauscht.

Eben, jedes Büchlein zählt. Also du da vor dem Laptop, PC, Tablet oder Handy: ich finds cool, dass DU liest! ♡ :)

Previous Post Next Post

No Comments

Kommentar verfassen