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DSGVO – D steht für das Damoklesschwert über unseren Köpfen

Die (Buch)Blogosphere ist voll davon: DSGVO hier, DSGVO dort. Höchste Eisenbahn, denn am 25. Mai diesen Jahres tritt die bereits 2016 beschlossene Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) in Kraft.

Viele private Blogger sehen in diesem Beschluss ihren Nemesis und dementsprechend herrscht auf Twitter, Facebook und Co. eine eher angespannte Stimmung. Als ich die ersten Artikel und Kommentare zu dem Thema DSGVO gelesen habe, war mein allererster Gedanke auch alles an den Nagel zu hängen. Auf diesen riesigen Berg an neuen Regularien hatte ich nun wirklich keine Lust. Und die nächste Änderung für 2019 ist ja auch schon angekündigt. Jedes Jahr kann man damit rechnen, mehr und mehr eingeschränkt zu werden. Außerdem bieten diese Richtlinien eine immer größere Angriffsfläche für die berüchtigten Abmahnwellen.

Aber.

Der Artikel DSGVO als Blogger – Die neue EU-Datenschutzgrundverordnung von Reisen-Fotografie.de hat mir ein bisschen die Augen geöffnet und viele anfängliche Ängste genommen. Darin wird beschrieben, dass viele Punkte der DSGVO gar nicht mal so neu sind und im besten Falle eigentlich schon seit Jahren umgesetzt werden sollten. Außerdem habe ich erst durch diesen Beitrag festgestellt, wie wenige Gedanken ich mir um den Schutz der Daten meiner Leser gemacht habe. Hauptsache schicke Widgets einbinden, dass diese regelmäßig nach Hause telefonieren und ihren Mamis und Papis so einiges über meine Websitebesucher erzählen, dem war ich mir gar nicht bewusst. Ich habe auch Gestern zum ersten Mal einen Blick auf die Datenbank meiner Kommentarschreiber geworfen… und gleich mal alle IP-Adressen gelöscht. Die sind jetzt vor mir sicher. Auch die Einstellung keine IP-Adressen  mehr zu speichern war recht schnell und einfach vorgenommen.

Allgemein sind viele der geforderten Änderungen gut umzusetzen. Ich habe mir eine kleine ToDo-Liste geschrieben und arbeite diese nun Schritt für Schritt ab. Sehr hilfreich dabei ist auch der Beitrag DSGVO Checkliste für Blogger: Wie setze ich die Datenschutz-Grundverordnung für mein Weblog um? von Datenschmutz.net. Alles in allem habe ich mich ziemlich schnell schlecht gefühlt, weil ich am Anfang so viel wegen der DSGVO gejammert habe. Ich habe schließlich ziemlich gute Voraussetzungen, die geforderten Änderungen mit relativ geringem Aufwand umzusetzen und einiges davon konnte ich gestern auch schon erledigen. Wenn ich jetzt hinschmeiße, was sollen dann all die Blogger sagen, die nicht selbst hosten und daher u.a. oft keinen Zugriff auf wichtige Datenbanken haben (was aber nötig wäre im Rahmen der DSGVO). Viele spielen jetzt mit dem Gedanken mit dem gesamten Blog umzuziehen.

Die DSGVO nötigt einen nicht nur dazu, sich mit Datenschutzaspekten auseinanderzusetzen (finde ich gut), sondern zwingt Blogger auch dazu sich mit vielen technischen Aspekten zu beschäftigen (finde ich kacke). Der Verordnung fehlt einfach noch etwas Fingerspitzengefühl, um feiner zwischen verschiedenen Gruppen von Websitebetreibern unterscheiden zu können. Das macht uns kleinen privaten Bloggern das Leben schwerer als nötig.

Aber wenn ich bedenke, wie viele Blogs beispielsweise kein (vollständiges) Impressum haben, dann fühle ich mich für die DSGVO doch ganz gut gerüstet. ^^
(Natürlich ist es allein eure Sache, ob und wie ihr euer Impressum gestaltet und ich will niemandem etwas vorwerfen. Ein vollständiges Impressum ist offiziell aber Pflicht und man sollte sich des Risikos einer Abmahnung einfach bewusst sein.)

tl;dr : Ich bin dabei meinen Blog DSGVO-sicher zu machen und habe mich dazu entschlossen, dass es mir in der Blogosphäre zu gut gefällt, um jetzt aufzuhören. 🙂

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