Allgemein, Fantasy, Jugendbuch, Magie, Parallelwelten, Rezension, Romance, Urban Fantasy, Young Adult

Die Zeitwächterin

Eine Seele, älter als die Zeit.

Nach einem Museumsbesuch steht Theklas Welt still – wortwörtlich. Als sich der Vorfall wiederholt, muss sie feststellen, dass niemand außer ihr die Zeitaussetzer bemerkt, geschweige denn ihr glaubt. Sie begibt sich allein auf die Suche nach Antworten und stößt auf unerwartete Hilfe von dem Antiquar Matteo. Er erklärt ihr, dass sie die Zeit anhalten und in ihr reisen kann, und bietet ihr an, sie zu trainieren. Doch woher stammt sein Wissen? Bei ihren Zeitreisen sucht Thekla zudem eine bedrohliche Stimme heim. Schnell wird das begonnene Abenteuer zum bitteren Ernst … bis Thekla schließlich vor einer unvorstellbaren Entscheidung steht: Sollte sie ein Leben für viele andere opfern?

– Lillith Korn: Die Zeitwächterin, Zeilengoldverlag

Thekla hat gerade ihr Abi beendet und steht vor der Frage, die sich die meisten von uns zum Schulende stellen mussten: Was will ich einmal werden?

Natürlich wünschen sich ihre Eltern einen „vernünftigen Job“ für ihre Tochter, aber Thekla entscheidet sich für ein Praktikum in einem kleinen Antiquariat. Sie ist fasziniert von alten Dingen und Büchern und geht dem Antiquar Matteo begeistert zur Hand. Kurz darauf beginnt ihr Leben jedoch immer mehr aus der Bahn zu geraten, als sie plötzlich unwillentlich beginnt die Zeit anzuhalten und die Vergangenheit zu reisen.

In dem ganzen Chaos, dass sich ab jetzt Theklas Leben nennt, entfernt sie sich immer weiter von ihrem Freund Ivo udn ihrer besten Freundin Holly. Ein wenig unsympathisch hat sich Ivo an dieser Stelle schon bei mir gemacht. Auch wenn ich verstehen kann, dass er nach einer Weile absolut gar keine Lust mehr hat, sich nur wie Theklas zweite Wahl zu fühlen, so hätte er am Anfang aber noch ein bisschen mehr Vertrauen und Geduld gegenüber seiner langjährigen Freundin zeigen können. Auch Mattheo verhält sich in einigen Situationen sehr seltsam.

Natürlich bekommt man als Leser schnell heraus, dass der nette italienische Antiquar von nebenan einige Geheimnisse hütet. An dieser Stelle hätte ich mir eher subtilere Andeutungen gewünscht. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass die Handlungen der Charaktere zusammen mit den Zitaten an den Kapitelanfängen dem Leser zu früh erlauben sich einen Großteil der Geschichte selbst zusammen zu reimen. Und da kam die Story dann lange nicht schnell genug hinterher. Die Spannungskurve sah für mich ungefähr so aus (sogar mit Achsenbeschriftung, meine Dozenten wären bestimmt stolz):

Das soll jetzt aber auf keinen Fall bedeuten, dass das Buch langweilig gewesen ist. Die Geschichte hat relativ gemächlich begonnen und ist am Ende plötzlich explodiert vor lauter Action. Am Ende sollte man also genügend Zeit einplanen, um das Buch an einem Stück zu beenden. Ich wollte es zumindest nicht aus der Hand legen.

Schön fand ich auch, dass das Thema Zeit und Zeitreisen dieses Mal nicht romantisiert wurde. Stattdessen wurde die Zeit als sehr zerbrechlich und gefährlich dargestellt und offensichtlich gehört sie nicht in menschliche Hände. Was es aber genau mit der Zeit und der Macht sie zu manipulieren auf sich hat, wurde relativ peripher erklärt. Man bekommt zwar genügend Infos um den Verlauf der Geschichte nachvollziehen zu können, detailverliebte Leser werden sich allerdings die ein oder andere Hintergrundinfo mehr wünschen. Zu allen anderen, die sich gerne knackige, nicht aufgeblasene Geschichten wünschen, passt Die Zeitwächterin wie die Faust aufs Auge (oder das Popöchen auf den Eimer).

Als Fazit kann ich sagen, dass Die Zeitwächterin eine schöne schlichte Geschichte ist, die mit wenigen Charakteren und Hintergründen auskommt und es trotzdem schafft, dem Leser alles Wichtige zu vermitteln. Der Fortschritt der Story steht absolut im Fokus und wird nicht durch Nebenplots aufgehalten. An der ein oder anderen Stelle hätte ich mir trotzdem eine weniger geradlinige Geschichte gewünscht und ein bisschen mehr Action zu Beginn hätte mir den Einstieg in das Buch sicherlich erleichtert. Dafür hat mich das Ende wirklich mitgenommen und meine Emotionen zum Tangotanzen gebracht!


Wenn ihr euch jetzt denkt, dass die Geschichte ziemlich interessant klingt, dann könnt ihr euch übrigens auf die Blogtour inklusive Gewinnspiel vom 06.06. – 10.06.2018 freuen!

Previous Post Next Post

No Comments

Leave a Reply

* Die DSGVO-Checkbox ist ein Pflichtfeld!

*

Ich stimme zu