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Die Teeprinzessin [Hörbuch]

Ich lese nicht nur gerne, ich höre auch ziemlich oft Hörbücher. Leider hat man bei Hörbüchern oft ein ganz bestimmtes Problem: sie sind gekürzt. So auch das Hörbuch zu Die Teeprinzessin von Hilke Rosenboom.

In der Geschichte begleiten wir die junge Betty, die in ihrem Heimatdorf keine Zukunft für sich sieht und infolgedessen nach Hamburg geschickt wird. Dort soll sie als Hausmädchen in einer noblen Familie aufgenommen werden. Eigentlich interessiert sich Betty aber viel mehr für Tee und scheint auch eine besonders gute Nase für die Auswahl von verschiedensten Teekräutern zu haben. Im Jahre 1859 schickt es sich für eine junge Dame allerdings nicht, im Teehandelsgeschäft zu arbeiten.

Am Anfang baut sich die Geschichte schön auf. Gemeinsam mit Betty durchlebt der Leser einen rasanten Kulissenwechsel. Von Bettys beschaulichem Heimatdorf in die Großstadt Hamburg. Dort erwarten die junge Protagonistin viele böse Überraschungen, aber auch neue Chancen. Mir hat zwar der Schreibstil gut gefallen, mit der Stimme der Leserin konnte ich mich jedoch nicht richtig anfreunden. Nach einer Weile gewöhnt man sich jedoch daran. Genau dann, wenn man mitten in der Geschichte ist und sich darauf freut, dass das Abenteuer jetzt wirklich los geht, baut die Story jedoch rasant ab.

Vor allem durch die Kürzungen im Hörbuch, kam mir als Leser die zweite Hälfte der Geschichte sehr willkürlich und auch oft unlogisch vor. Betty springt plötzlich von einem Schauplatz zum nächsten und die Ereignisse scheinen nicht ganz zusammen zu passen. Als ob etwas zwischen drin fehlt. Was es ja auch tut. Betty scheint sich außerdem von einem cleveren Mädchen, in ein impulsives und naives Kind zu verwandeln, dass lieber mit dem Kopf voran los stürmt, als sich etwas zweimal durch den Kopf gehen zu lassen. Man sollte denken, dass ihre Erlebnisse sie eher reifer gemacht hätten.

Das ganze Buch endet etwas zu übertrieben für meinen Geschmack. Alles wirkt zu aufgeblasen und unrealistisch. Aber irgendwie war das Ende auch nicht unbedingt schlecht und ich war ganz Zufrieden mit dem Ausgang. Die Autorin hätte nur etwas weniger dick auftragen sollen. Unterhaltsam war die Geschichte aber trotzdem, auch wenn ich etwas ganz anderes erwartet hatte. Leider ist das Buch nicht ganz so zauberhaft, wie ich es mir vorgestellt habe, falls ihr versteht, was ich meine.

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