3 Punkte, Allgemein, Fantasy, Hexen/Zauberer, Magie, Rezension, Romance

Die Seelenlosen: Die Stadt der Maschinenmagie 1

Die Seelenlosen: Die Stadt der Maschinenmagie 1 • Tanja Meurer • Taschenbuch: 16,00€ • 704 Seiten • ISBN-13: 978-3945569023 • Incubus Verlag • 3/5

Valvermont war einst die Heimat des Kriegsveteranen Gwenael Chabod, der zum Commandanten über die Garnisonen der Stadt berufen wird. Sein Geliebter Orin – ein ehrwürdiger Priester orcischer Abstammung – ist an seiner Seite, als sich vor Gwenaels Augen ein Mann in eine seelenlose Kreatur verwandelt.
Kurz darauf wird eine junge Frau getötet. Einziger Augenzeuge ist der Dieb Jaleel. Sein Bericht deckt Grauenvolles auf – und bringt sein eigenes Leben in Gefahr.
Gemeinsam mit neuen Freunden und Verbündeten jagt Gwenael den finsteren Geist, der von Valvermont Besitz ergriffen hat. Nicht ahnend, wie nah ihm die Dunkelheit bereits ist.

Das Buch begann für mich eher schleppend. Ich bin kein Fan von diesen typisch klingenden Fantasynamen wie Gwenael, aber in einer Welt mit Magie und Orcs haben sie sicherlich ihre Berechtigung. Leider wird man am Anfang mit einem ganzen Haufen mal mehr und mal weniger exotisch klingender Namen überflutet. Dem Leser wird in den ersten Kapiteln eine Menge abverlangt. Namen, Beziehungen und Orte prasseln im Seitentakt auf einen ein. Das bessert sich im Verlauf des Buches jedoch und die Geschichte wird flüssiger. Hat man sich durch die ersten 100 Seiten gekämpft, beginnt es sogar richtig spannend zu werden.

Irgendwie erfrischend war die Tatsache, dass Gwenael homosexuell ist. Zwar musste ich am Anfang tatsächlich etwas schmunzeln, ein Menschenkrieger und ein Orc Priester sind schon ein ungleiches Paar, aber insgesamt hat es das Buch auf jeden Fall interessanter gemacht. Trotzdem musst man nicht auf Romantik oder das typische Beziehungs-hin-und-her verzichten.

Insgesamt ist der Roman jedoch eher Krimi als Schnulze und bei einem Krimi erwartet man eben Spannung und vielleicht auch etwas Action. Das hätte hier auch wirklich gut geklappt, wenn nicht immer wieder viel zu langgezogene Beschreibungen oder Dialoge aufgetaucht wären. Einerseits machen Details Geschichten erst so richtig lebendig, aber in diesem Buch hat es die Autorin etwas zu gut gemeint.

Und als es dann so richtig spannend ist, bricht das Buch mittendrin mit einem wirklich fiesen Cliffhanger ab. Einerseits geschickt, um Lesern auch den zweiten Teil schmackhaft zu machen, auf der anderen Seite fand ich es unglaublich deprimierend nach teilweise wirklich schleppenden 700 Seiten so hängen gelassen zu werden.

Das Buch war teilweise wirklich interessant und anders. Wer gerne homoerotische Bücher liest und ein Fantasyfan ist, der sollte dem Buch einen zweiten Blick schenken. Mir war es insgesamt aber einfach zu zäh und ich wage zu behaupten, dass der Inhalt auch locker auf 100 Seiten weniger gepasst hätte. Aber ein bisschen zu viel Detailverliebtheit ist ja ein bekanntes Phänomen unter (High)Fantasy Autoren wie Tolkien, Troisi oder Canavan. Und trotzdem haben sie alle tolle Geschichten entworfen.

Das Rezensionsexemplar habe ich übrigens durch die tolle Seite Wanderbuch-Rezensionen.de erhalten. Daber wird vom jeweiligen Autor ein Buch kostenlos zur Verfügung gestellt und dieses wandert dann von Rezensionsschreiber zu Rezensionsschreiber.

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