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Der Young Adult-Baukasten

Man nehme eine Prise Teenagedrama, 5 Gramm Magie, 3 Tropfen unsterbliche Liebe und natürlich Chemikalie X. Daraus entstehen dann aber nicht die Powerpuff Girls, sondern ein ganz typischer Young Adult Roman. So wie wir ihn kennen und „lieben“. Tatsächlich ist mein Bücherregal voll von diesem Genre, lange Zeit habe ich nichts anderes gelesen (oder eher verschlungen). Ich stehe auch heute noch auf Fantasy-Kitsch-Romane, die dieses romantisches Bauchkribbeln auslösen. In letzter Zeit frustrieren mich Jugendbücher allerdings immer mehr. Das Genre liegt unglaublich im Trend und ich kann gar nicht alles lesen, was davon auf den Markt kommt. Will ich aber auch gar nicht. Continue Reading

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When I think about books, I touch my shelf.

Hallihallo, nach meinem 2-monatigen Minikoma, wollte ich die Stimmung mal wieder mit einem lustigen Titel auflockern… den außer mir wohl niemand witzig findet. Unter anderem, weil der Witz schon uralt und völlig ausgelutscht ist und ich wahrscheinlich die einzige bin, die immernoch drüber lacht.

Jetzt könnte der typische „ich hatte in letzter Zeit so viel zu tun und bin einfach nicht zum Schreiben gekommen“-Text folgen. Tut er aber nicht. Ich hatte zwar wirklich kaum Zeit (Studieren kann ganz schön anstrengend sein), aber mein Hauptproblem mit dem Blog ist ein ganz anderes: meine Freunde und Kommilitonen fangen an darüber zu stolpern. Was ganz okay wäre, wenn es sie einfach nicht weiter interessieren würde… aber einige von ihnen sind leider schrecklich neugierig. Warum googlen sie auch meinen Namen, diese Stalker.

Man könnte sich natürlich die Frage stellen, warum ich überhaupt einen Blog betreibe, wenn ich doch gar nicht will, dass sich jemand dafür interessiert – aber Probleme hab ich in der Hinsicht wirklich nur mit Menschen, die ich persönlich kenne. Ich schäme mich zwar nicht wirklich dafür, dass ich blogge, aber meine Beiträge finde ich nach dem zweiten mal durchlesen dann doch nicht mehr ganz so toll. Der Schreibstil ist holprig und der Inhalt manchmal auch eher so meh. Zumindest denke ich das im Nachhinein über so ziemlich jeden Artikel.

Jetzt ist es aber eine Sache, wenn mich Leute aus dem Internet für bescheuert halten und meinem Blog dann einfach nicht weiter folgen, oder Menschen, denen ich jeden Tag in die Augen schauen muss, mit dem Wissen, dass sie meinen Blödsinn gelesen haben.

Deswegen habe ich mir ganz fest vorgenommen, mir zukünftig einfach mehr Mühe zu geben mit meinem Content. Damit ich vielleicht irgendwann auch mal selbst so halbwegs zufrieden bin und nicht mehr regelmäßig im Boden versinken möchte, wenn mich jemand auf auf meinen Blog anspricht. Also wundert euch nicht, wenn ich einfach relativ selten etwas schreibe, schließlich brauch ich erstmal eine würdige Idee für einen Beitrag und nehme mir dann auch mal etwas mehr Zeit um ihn zu schreiben. #guteneujahrsvorsätzedieehniemandeinhält

Allgemein, BuchPhilosophie, LiteraturGelaber, Politik

Bin ich ein rassistischer Leser?

Für jeden von uns sieht ein und derselbe Buchcharakter völlig unterschiedlich aus. Das ist das wunderbare am Lesen, das Meiste ist einfach unserer Fantasie überlassen. Aber ist euch schon mal ein Muster aufgefallen? Merkmale, die jeder Charakter von euch verpasst bekommt, sofern es nicht (oder auch obwohl) es im Buch explizit anders beschrieben ist? Ich behaupte, die Meisten von euch aus Deutschland oder auch Zentraleuropa, werden sich Buchcharaktere grundsätzlich als Menschen mit heller Haut vorstellen. Außer natürlich, das Buch spielt beispielsweise in Afrika, dann denken natürlich viele gleich an Menschen mit dunklerer Hautfarbe. Und ich möchte mich da jetzt keinesfalls ausschließen.

Auch bei mir kommt es regelmäßig vor, dass ich aus allen Wolken falle, wenn nach 2/3 des Buches der Charakter plötzlich als Person mit südländischer, afrikanischer, asiatischer, etc. Herkunft beschrieben wird, er in meinem Kopf bis dato aber ganz klar ein klischeehafter, blasser Mitteleuropäer war. Und das meine ich natürlich überhaupt nicht böse, eigentlich schäme ich mich sogar ein bisschen dafür. Sitzt da ein kleiner Literaturrassist in meinem Kopf?

Ich habe ein paar Freunde aus Deutschland befragt und ihnen geht es da kein bisschen anders. Puh. Also scheint das ganz normal zu sein. Einer meinte zu mir, dass es einfach Gewohnheit sei. Wir sind umgeben von fast ausschließlich weißen Menschen aufgewachsen, daher sind in unseren Köpfen auch grundsätzlich erstmal alle Buchcharaktere weiß. Ein Spiegel unseres Alltags. Daraufhin habe ich mir die Frage gestellt, wie das Menschen aus anderen Kulturkreisen sehen. Dazu habe ich ein paar meiner Freunde gefragt, die nicht aus Zentraleuropa kommen, sondern aus

  • Bangalore (Indien),
  • Kamerun (Zentralafrika) und
  • Zimbabwe (Südafrika).

Und die waren sich alle relativ einig: wie sie sich Buchcharaktere vorstellen hängt davon ab, wo dieses Buch spielt. Eigentlich ist es bei mir ja auch so. Einer von ihnen meinte, dass er die Kulturkreise(und das damit verbundene Aussehen) auch durch die Charakternamen und das Verhalten der Charaktere herausfindet, was ich sehr interessant fand. Mir könnte es da durchaus passieren, z.B. japanische und afrikanische Namen durcheinander zuwerfen. Hört sich komisch an, ist in manchen Fällen aber wirklich schwer auseinander zu halten. Besonders wenn man die namen nur geschrieben sieht und die Aussprache nicht kennt. Und nur Anhand der Taten eines Charakters auf dessen ethmischen Hintergrund zu schließen, ist auch nicht unbedingt leicht. Das habe ich in vielen Deutsch Klausuren erlebt.

Dass sie sich in einer reinen Fantasywelt, fernab denen uns bekannten Kontinenten und Kulturen, aber pauschal alle Charaktere vom aussehen her indisch, afrikanisch, asiatisch, europäisch oder wie auch immer vorstellen, hat keiner von ihnen behauptet. Was aber vielleicht auch daran liegt, dass sie keine Fantasyromane lesen.
Man kann aber natürlich auch in Fantasywelten von der Umgebung/dem Klima her auf das Äußere der Menschen schließen. Leute aus Gegenden, die unserem Norden ähneln, stellt man sich wahrscheinlich eher blass, blond und blauäugig vor. Charaktere aus subtropischen Gebieten gedenkt man meist dunkle Haare und gebräunte Haut zu.

Da das jetzt in absolut keinster Weise ein wissenschaftlicher Artikel war, kann ich auch nicht wirklich ein Fazit aus alldem ziehen. Allgemein fand ich diese Beobachtung aber total interessant! Vielleicht ist euch selbst ja auch schon etwas ähnliches aufgefallen? Ich bin auf eure Erfahrungen gespannt!