4 Punkte, Fantasy, Fantasy, Jugendbuch, Magie, Rezension, Romance, Young Adult, Zirkus

Caraval

Caraval • Stephanie Garber • Gebunden: 14,99 € • 416 Seiten • ISBN-13: 9781473629141 • Hodder & Stoughton • 4/5

Whatever you’ve heard about Caraval, it doesn’t compare to the reality. It’s more than just a game or a performance. It’s the closest you’ll ever find to magic in this world . . .

Scarlett has never left the tiny island where she and her beloved sister, Tella, live with their powerful, and cruel, father. Now Scarlett’s father has arranged a marriage for her, and Scarlett thinks her dreams of seeing Caraval, the far-away, once-a-year performance where the audience participates in the show, are over.

But this year, Scarlett’s long-dreamt of invitation finally arrives. With the help of a mysterious sailor, Tella whisks Scarlett away to the show. Only, as soon as they arrive, Tella is kidnapped by Caraval’s mastermind organizer, Legend. It turns out that this season’s Caraval revolves around Tella, and whoever finds her first is the winner.

Scarlett has been told that everything that happens during Caraval is only an elaborate performance. But she nevertheless becomes enmeshed in a game of love, heartbreak, and magic with the other players in the game. And whether Caraval is real or not, she must find Tella before the five nights of the game are over, a dangerous domino effect of consequences is set off, and her sister disappears forever.

Welcome, welcome to Caraval . . . beware of getting swept too far away.

Ich bin unglaublich froh das Cover der UK Version gefunden zu haben, bevor ich das Buch in der US bzw. deutschen Version gekauft habe. Ders schwarz-weiße Umschlag mit dem goldenen Sternenschauer ist einfach unglaublich hübsch. Noch dazu weiß man nie, welches Motiv man beim Kauf unter dem Schutzumschlag auf dem Buchdeckel hat… allerdings sind alle Bilder wunderschön, so dass man keine Angst haben muss, eine Niete abzubekommen. Wahrscheinlich haben die Meisten schon mindestens eine der beiden Cover Versionen gesehen, denn der Roman wird in der digitalen Bücherwelt zur Zeit ziemlich gehyped.

Hat die Geschichte diesen Hype verdient?

Am wunderbarsten fand ich den Schreibstil, der flüssig, bildgewaltig und voller Metaphern war. Der Stil hatte etwas zauberhaftes und hat damit sehr gut zur Geschichte gepasst. Dem ein oder anderen Leser mag er aber auch zu blumig sein.

Die Charaktere schneiden leider nicht so gut ab. Am Anfang mochte ich Scarlett und Tella sehr. Die beiden Schwestern leben alleine mit ihrem Vater, der sie regelmäßig misshandelt. Scarlett hat ständig Angst und zieht schnell den Kopf ein. Seitdem ihre Mutter spurlos verschwunden ist, hat sie versucht diese Lücke in Tellas Leben zu füllen. Dabei denkt Tella gar nicht daran es ihrer großen Schwester gleich zu tun und still von einem besseren Leben zu träumen. Sie scheint jede Regel zu brechen, die ihr Vater aufstellt, ganz nach dem Motto lieber um Verzeihung fragen, als um Erlaubnis. Da ihr Vater aber generell nie etwas verzeiht, ist ihr größter Traum von der Insel zu fliehen.
Nachdem Tella entführt wird, setzt Scarlett alles daran sie wieder zu finden. Dabei entwickelt sie sich allerdings kaum weiter und wirkt immer etwas unbedarft. Scarlett ist geradezu besessen davon Tella wiederzufinden und rennt völlig kopflos jedem kleinsten Hinweis nach, auch wenn es noch so offensichtlich eine Falle ist. Ohne Unterstützung hätte sie keinen Tag von Caraval überstanden und sie scheint im Verlauf des  Buches auch einfach nicht dazu zu lernen. Tatsächlich ist Tella für mich der interessantere Charakter, obwohl sie anfangs viel naiver als Scarlett wirkt und man ihr als Leser das ein oder andere Mal gerne ein paar Takte erzählt hätte.

Was den Plot angeht leidet Caraval leider unter der typischen Young Adult Krankheit. Die gesamte Hintergrundgeschichte sowie die magische Welt rund um den Zirkus verschwindet im Schatten der Liebesgeschichte. An dieser Stelle wird viel Potenzial verschenkt und die wundervolle Atmosphäre, die das Buch eigentlich hat etwas gedämpft. Schade, ein bisschen mehr Action hätte das Buch wirklich unglaublich gut machen können.

Insgesamt ist Caraval etwas eigenes, eine Selbstständige Geschichte, die ich nicht ständig im Kopf mit duzend anderen Fantasyromanen vergleiche. Nur die Liebesgeschichte driftet etwas richtung Young Adult-Klischee ab. Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob es nicht besser ein Buch ohne Folgebände geblieben wäre, denn die Geschichte ist wunderbar in sich abgeschlossen und hat trotzt einer riesigen Auflösung am Ende (ähnlich wie bei einer Krimiserie, wenn man Ende haarklein erklärt wird, wie der Täter vorgegangen ist) noch einen kleinen Funken des Mysteriums rund um Master Legends Caraval Zirkus bewahrt. Auch wenn die meiste Magie tatsächlich flöten gegangen ist; ein Magier verrät seine Tricks eben nicht.
Ich mache mir ein bisschen Sorgen, dass ein Folgeband dem Ganzen noch mehr des Magischen nimmt. Aber wer weiß, vielleicht eröffnen sich ja ganz neue zauberhafte Rätsel . Denn dass Caraval das erste von zwei zusammenhängenden Büchern  ist, hat Stephanie Garber auf Twitter bestätigt. Und trotz aller Bedenken freue ich mich auf den zweiten Teil, der uns vielleicht auch ein bisschen mehr über die Welt verrät, in der die Geschichte spielt.

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